Die Idee, Recherchejournalisten weltweit zu vernetzen, ist aus dem ‚Arizona Project’ enstanden, als eine Gruppe amerikanischer Journalisten entschieden hat, eine Untersuchung eines Kollegen wiederaufzunehmen. Jener Journalist hatte über organisiertes Verbrechen recherchiert und war bei einem Attentat umgekommen. Aus dieser Initiative ist 1975 ‚Investigative Reporters and Editors’ (IRE) entstanden. Seit 2003 ist dieses Netzwerk auch in Europa verankert und hat sich von verschiedenen lokalen Recherchezentren ausgehend ausgebreitet. Das Netzwerk verfügt über ein internationales Steuerungskommitee, zu dem auch die Schweizer Sektion gehört, Swiss Investigation.
Seit 2001 hat dieses weltweite Netzwerk der Recherchejournalisten wichtige Konferenzen für Journalisten aus allen Medienbereichen auf die Beine gestellt. Bis jetzt wurden fünf Weltkonferenzen organisiert: Kopenhagen (2001 und 2003), Amsterdam (2005), Toronto (2007) und Lillehammer (2008). Die sechste Konferenz wird in Genf stattfinden..
Das Ziel dieser Konferenzen ist, vier Tage lang auf einer praktischen und realitätsnahen Basis Berufserfahrung auszutauschen und Kontakte, Techniken und Projekte unter Recherchejournalisten aus der ganzen Welt auszutauschen. Die Konferenzen sind in etwa sechzig Ateliers, Konferenzen und Plenarsitzungen sowie in Seminarien gegliedert. Jeden Abend sind informelle Treffen organisiert, die es den Teilnehmern ermöglichen, den Austausch zu vertiefen.
Der Erfolg und das Ansehen der Konferenzen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. In Kopenhagen wurde die Konferenz vom dänischen Premierminister eröffnet und rund 400 Journalisten haben daran teilgenommen. In Amsterdam waren es rund 450 Teilnehmer und 125 Redner, die debattiert haben. In Toronto und Lillehammer waren wir bereits 600 Teilnehmer aus 85 Ländern. Was allerdings noch wichtiger ist, die Qualität der Redner und der Teilnehmer nimmt ebenfalls zu. Die Mitglieder der meist respektierten Redaktionen der Welt hatten so die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen – sowohl von audivisuellen, als auch von Printmedien. Es werden sowohl Reporter als auch Medienkader an der Konferenz präsent sein. Die Konferenz hat beachtlich an Breite gewonnen, grosse Delegationen aus Schwellenländern (Indien, China, Brasilien, Korea, Russland, usw.) haben dazu ihren Beitrag geleistet. Und schlussendlich haben leistungsfähige Netzwerke dazu beigetragen gemeinsame Recherchen voranzutreiben. Als Beispiel dafür wäre die Affaire um die CIA-Flüge zu nennen,
bei der Journalisten aus der ganzen Welt zusammengearbeitet haben, dank dem weltweiten.
Netzwerk und der Kontakte, die sie während jenen Konferenzen geknüpft hatten.
